Megatrends im nächsten Jahrzehnt - Wissen Sie, was auf Sie zu kommt? Teil II - #Wissensmanagement un

Wissen Sie, was in Ihrem Unternehmensalltag die nächsten wichtigen Trends in der 20er-Jahren sein werden? In den Trendthemen Fachkräftemangel und Digitalisierung sind wir ja bereits mittendrin. Aber es gibt noch weitere Entwicklungen, die wir in unseren Unternehmen im Blick haben sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Zukunftsinstitut in Frankfurt hat dabei fünf wichtige Megatrends herausgefiltert, welche wir Ihnen in einer kleinen Artikelserie näherbringen wollen.

Bildrechte: Rainer Sturm_pixelio.de

#Wissensmanagement und Wissenskultur

Unsere Mitarbeiter*innen verfügen über etwas sehr Wertvolles, nämlich Wissen. Abfragbares Fachwissen ist heute nicht mehr „alleinglückseligmachend“. In den Zeiten des Internets ist dieses nahezu überall sofort abrufbar. Insofern ist die Fähigkeit, dieses vorhandene Wissen flexibel und kreativ einzusetzen genauso wichtig. Nur auf diese Weise können wir unsere Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen an externe Entwicklungen anpassen und aktiv weiterentwickeln.

Eine Grundvoraussetzung für eine aktive, ganzheitliche Wissenskultur ist die Arroganzfreiheit unserer Unternehmen. Nur wenn wir in der Lage sind, unvoreingenommen Wissen bzw. Informationen zu sammeln, zu verarbeiten, weiterzugeben und weiterzuentwickeln können wir deren Mehrwert effektiv für uns nutzen.

Oft werden die Kompetenzen einzelner Mitarbeiter*innen nicht oder nur unzureichend wahrgenommen. Das hat zur Folge, dass wir einerseits auf eine wertvolle Ressource verzichten und andererseits diese Mitarbeiter*innen verlieren, da sie sich nicht umfassend wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen.

Mitarbeiter*innen welche sich ausschließlich mit dem Tagesgeschäft befassen (müssen), haben keinerlei Möglichkeit, sich mit innovativen Themen oder Ideenansätzen zu befassen, um diese weiterzuentwickeln. Innovative Unternehmen wie Google verfolgen den Ansatz sogenannter kontextueller Ambidextrie: 80 Prozent der Zeit ist Tagesgeschäft und 20 Prozent der Zeit ist Beschäftigung mit innovativen Themen.

Ein weiterer – oft vernachlässigter - Aspekt der Wissenskultur ist der Umgang mit Fehlern. In Unternehmen, in denen bei Fehlern sofort den Beteiligten „der Kopf abgerissen“ wird, werden niemals innovative Lösungsansätze entwickelt können. Kein*e Mitarbeiter*in möchte einen Fehlschlag riskieren. Der Grundgedanke, dass ein Fehler erst zu einem Fehler wird, wenn er ein zweites Mal passiert, ist ein existentieller Bestandteil ganzheitlicher Wissenskultur.

Die Verankerung einer ganzheitlichen Wissenskultur kann unsere Unternehmen vor große Herausforderungen stellen – aber auch dieser Megatrend bietet uns Chancen:

  1. Arroganzfreies Sammeln und Verarbeiten von Wissen schafft einen Überblick von Wissen in unseren Unternehmen, der uns sonst entgehen würde.

  2. Durch das Anlegen von Wissensdatenbanken (in kleineren Unternehmen kann dies auch in einem einfachen Dokumentenmanagementsystem erfolgen) kann das vorhandene Wissen intern weitergegeben und weiterentwickelt werden und verbreitert somit die gesamte Wissensbasis unserer Unternehmen.

  3. Durch die permanente Verfügbarkeit unseres internen Wissens werden Reibungsverluste, die durch mangelnde Informationsflüsse entstehen, vermieden.

  4. Wenn wir es schaffen, unsere Unternehmensorganisation daraufhin auszurichten, dass einerseits Zeiträume für die Beschäftigung mit innovativen Themen zur Verfügung stehen und andererseits die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter*innen zur Weiterentwicklung innovativer Ideen gefördert werden, wird Wissen aktiv angewendet und erweitert. Damit setzen wir eine Entwicklungsdynamik frei, die unsere Unternehmen nach vorn katapultiert.

Die Chancen der Verankerung einer Wissenskultur ist sicherlich für viele ein sehr abstraktes Thema. Lassen Sie mich deshalb zwei kurze Beispiele aus meiner Tätigkeit im letzten halben Jahr zur Verdeutlichung anführen:

Im Unternehmen 1 existiert keinerlei Überblick über das Wissen, die Kompetenzen und Zertifikate der Mitarbeiter*innen. Als ein*e Mitarbeiter*in das Unternehmen verlassen möchte, wird dem Management plötzlich deutlich, dass mit ihr/ihm eine wichtige Kompetenz das Unternehmen verlässt und dass eine konkrete gesetzliche Vorgabe nicht mehr eingehalten werden kann. Das Unternehmen benötigt schnell einen Ersatz, um den Weiterbetrieb eines wichtigen Bereichs zu gewährleisten. Es ging in diesem Fall noch einmal gut. Ideal ist hier ein Überblick über die notwendigen Kompetenzen und den rechtzeitigen internen Aufbau einer „Zweitbesetzung“.

Im Unternehmen 2 sind Informationen nur unzureichend bzw. gar nicht verfügbar. Die Folge davon sind ineffiziente Prozesse, auftretende Fehler bzw. Verzögerungen und psychische Belastungen der Mitarbeiter*innen, da Informationen nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Für Abhilfe sorgt hier inzwischen ein überarbeitetes Unternehmenshandbuch, klare Verfahrensabläufe und Informationsflüsse in Form einer Kommunikationslandkarte.

Dies sind zwei einfache Beispiele. Sie verdeutlichen jedoch, dass die Herausforderung gar nicht so weit hergeholt ist und in Zeiten umfassenderer Regelungen, schnelleren Wechseln von Mitarbeiter*innen und umfangreicherer Informationsflüsse das Thema Wissensmanagement/Wissenskultur ein existentielles Thema für unsere Unternehmen wird.

Die Artikelserie erscheint in insgesamt fünf Teilen und wird sukzessive mit den entsprechenden Links versehen.

© 2019 by open ear Unternehmensgruppe, Leipzig

Telefon 0341 20018616

Mail info@openear.eu

Wir unterstützen über den "Europa-Club 1966" den

Handballclub SC DHfK Leipzig.

Logo Handball.png
  • Facebook Social Icon
  • Instagram Social Icon
  • Twitter Social Icon
  • LinkedIn Social Icon
  • YouTube Social Icon