Psychische Gefährdungsbeurteilung als Pflicht für alle Unternehmen


In Gesprächen mit Mandanten fällt uns immer wieder auf, dass in den Geschäftsleitungen wenig bis kein Wissen über Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und erst recht nicht über die so genannte Psychische Gefährdungsbeurteilung vorhanden ist. Dabei existiert sie bereits seit 2013 gemäß Paragraf 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) als Verpflichtung für alle Unternehmen, sobald ein/e einzige/r Mitarbeiter/in sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.
Eine Zeit lang war es so, dass Kleinbetriebe eine Ausnahmeregelung bei der Dokumentationspflicht hatten. Diese ist aber entfallen und inzwischen prüfen die Berufsgenossenschaften und Krankenkassen die Erfüllung der Verpflichtung. Bei Nichterfüllung drohen hohe Strafzahlungen.
Allerdings ist damit die Gefahr nicht gebannt. Sollte das Unternehmen keine Psychische Gefährdungsbeurteilung dokumentieren können, drohen im Ernstfall Regressforderungen der Leistungsträger. Und dieser Fall ist schnell da, sollte ein/e Mitarbeiter/in durch gesundheitliche Beeinträchtigungen einen Schaden erleiden...
Was ist der Hintergrund des Ganzen? Die psychisch bedingten Krankheitstage in Unternehmen sind drastisch gestiegen – rund 70 Prozent davon sind psychisch bedingt. Seit 2001 haben Suchterkrankungen (plus 49 Prozent), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (plus 74 Prozent) und vor allem Depressionen (plus 96 Prozent!) extrem zugenommen. Das veranlasst die Kassen, immer öfter in den Unternehmen zu prüfen und eben im Ernstfall die Hand aufzuhalten.
Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung birgt aber für das Unternehmen auch Vorteile:
  • Ihre MitarbeiterInnen erhalten das Gefühl, dass das Unternehmen sich um ihre Gesundheit sorgt.

  • Das Unternehmen bekommt einen Überblick über das Stresslevel in den unterschiedlichen Bereichen.

  • Das Unternehmen bekommt Feedback über zwischenmenschliche oder prozessorale Probleme in den unterschiedlichen Bereichen.

  • Sie können Potentiale im Unternehmen sichtbar machen und konkrete Maßnahmen treffen.

Bei der Durchführung geht es letztendlich nicht darum, MitarbeiterInnen oder Vorgesetzte anzuschwärzen. Um dies und auch Vertrauen und Offenheit zu schaffen, ist es immer ratsam, eine anonyme Vorgehensweise zu wählen. Dies wird am besten durch eine externe Vergabe erreicht.
Wir arbeiten bei der Durchführung nach folgendem Ablauf:
  • In Zusammenarbeit mit der Geschäftsleistung werden die einzelnen Bereiche, in denen Befragungen durchgeführt werden müssen, definiert und Kennzahlen zu den Themen Überstunden, Arbeitsunfähigkeit, Fluktuation, Urlaubstage und Beschwerden evaluiert.

  • In den einzelnen Bereichen wird ein Interview mit zufällig ausgewählten Mitarbeitern geführt.

  • Die Interviews werden anonymisiert ausgewertet und mit den relevanten Bereichsleitungen und der Geschäftsleitung konkrete Maßnahmen vereinbart, die den eventuell vorhandenen Problemen entgegen wirken.

  • Nach der abschließenden Dokumentation sind die gesetzlichen Anforderungen für das Unternehmen erfüllt.

Die Kosten sind überschaubar. Bei uns kosten diese Leistungen je nach Unternehmensgröße ab 400 EUR. Und die Durchführung kann bei Einhaltung der Förderrichtlinien und abhängig vom jeweiligen Bundesland mit 50 bis max. 80 % über den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden.
Bildrechte: Wolfgang@pixelio.de

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